Graublaue Flecken auf Terrassendielen: Ursachen erkennen und richtig entfernen
Share
Graublaue, dunkelgraue oder fast schwarze Flecken auf Terrassendielen wirken häufig wie Schimmel, Verschmutzungen oder eine ungewöhnlich starke Vergrauung. Oft handelt es sich jedoch um sogenannte Gerbsäureflecken. Sie können entstehen, wenn eisenhaltige Partikel mit natürlichen Gerbstoffen im Holz und Feuchtigkeit reagieren.
In vielen Fällen stellen die Verfärbungen vor allem ein optisches Problem dar. Mit einem geeigneten Gerbsäure-Fleckenentferner oder einem Oxalsäure-Reiniger lassen sich die betroffenen Holzflächen häufig wieder aufhellen. Wichtig ist allerdings, zunächst die Ursache zu erkennen und die Eisenquelle zu beseitigen.
Was sind Gerbsäureflecken auf Terrassendielen?
Viele Holzarten enthalten natürliche Gerbstoffe, die häufig auch als Tannine bezeichnet werden. Kommen diese Holzinhaltsstoffe mit Eisen und Feuchtigkeit in Kontakt, können dunkelblaue bis schwarze Verbindungen entstehen. Die dadurch verursachten Gerbsäureflecken liegen nicht wie gewöhnlicher Schmutz lose auf der Oberfläche. Sie entstehen durch eine chemische Reaktion mit den Inhaltsstoffen des Holzes.
Besonders deutlich können Gerbsäureflecken bei gerbstoffreichen Holzarten auftreten. Dazu gehören beispielsweise Eiche und Robinie. Eisenverfärbungen sind jedoch nicht ausschließlich auf diese Holzarten beschränkt.
Feuchtigkeit begünstigt die Reaktion. Deshalb werden zunächst kaum sichtbare Eisenpartikel häufig erst nach Regen, einer Reinigung oder längerer Bewitterung als graublaue beziehungsweise schwarze Flecken erkennbar.
Typische Ursachen für Eisen- und Gerbsäureflecken
Das Eisen muss nicht unmittelbar von einer sichtbar rostigen Schraube stammen. Bereits sehr kleine Metallpartikel können ausreichen, um Gerbsäureflecken hervorzurufen.
Häufige Auslöser sind:
- Metallspäne vom Sägen, Bohren, Schleifen oder Trennschleifen
- Metallarbeiten, die auf oder neben der Terrasse ausgeführt wurden
- ungeeignete Schrauben oder Befestigungsmittel
- Abrieb von Bits, Senkern und anderen Werkzeugen
- rostende Füße von Gartenmöbeln, Pflanzkübeln oder Sonnenschirmständern
- zurückgelassene Werkzeuge oder Metallteile
- eisenhaltige Schmutz- oder Baustaubpartikel
Typisch sind punktuelle Flecken rund um Schrauben, Abdrücke unter Möbelbeinen oder unregelmäßige Sprenkel nach Metallarbeiten in der Nähe der Terrasse.
Sind Gerbsäureflecken ein Schaden am Holz?
Eine Eisen-Gerbstoff-Reaktion verändert in erster Linie die Farbe der Holzoberfläche. Die Gerbsäureflecken sehen zwar störend aus, haben üblicherweise aber keinen Einfluss auf die technischen Eigenschaften oder die Gebrauchsdauer der Terrassendielen.
Die Flecken sind daher nicht automatisch ein Zeichen für Fäulnis, einen Pilzbefall oder eine mangelhafte Holzqualität. Trotzdem sollte geprüft werden, woher das Eisen stammt. Bleibt die Ursache bestehen, können nach der Reinigung erneut Verfärbungen auftreten.
Gerbsäureflecken oder natürliche Vergrauung?
Nicht jede graue Stelle auf einer Holzterrasse ist eine Eisenverfärbung. Die Erscheinungsbilder unterscheiden sich meist deutlich:
- Natürliche Vergrauung: Sie entwickelt sich durch Sonne und Bewitterung meist großflächig und vergleichsweise gleichmäßig.
- Gerbsäureflecken: Sie erscheinen häufig dunkelblau, graublau oder schwarz und treten punktuell, fleckig oder entlang einer Metallquelle auf.
- Grünbelag: Er zeigt meist einen grünlichen Farbton und kann sich bei Feuchtigkeit glitschig anfühlen.
- Ausgewaschene Holzinhaltsstoffe: Sie können Laufspuren oder ungleichmäßige Farbbereiche verursachen.
Allein anhand der Farbe ist eine eindeutige Bestimmung nicht immer möglich. Sind Ursache und Fleckenbild unklar, sollte der ausgewählte Reiniger zunächst an einer unauffälligen Stelle getestet werden.
Gerbsäureflecken gezielt behandeln
Für einzelne dunkle Eisen- und Gerbsäureflecken eignet sich der PNZ Gerbsäure-Fleckenentferner. Der gebrauchsfertige Reiniger ist für Holzoberflächen im Innen- und Außenbereich vorgesehen und kann gezielt auf den betroffenen Stellen eingesetzt werden.
Anwendung Schritt für Schritt
- Ursache entfernen: Metallteile, Rostquellen und sichtbare Metallspäne vollständig beseitigen.
- Fläche reinigen: Losen Schmutz, Staub und Pflanzenreste von der Terrasse entfernen.
- Probefläche anlegen: Das Produkt zunächst an einer wenig sichtbaren Stelle testen.
- Reiniger auftragen: Den Fleckenentferner entsprechend den Anwendungshinweisen gleichmäßig auf die betroffene Stelle auftragen.
- Einwirken lassen: Das Produkt für die laut Gebrauchsanweisung vorgesehene Dauer einwirken lassen. Die genaue Einwirkzeit ist den Angaben auf dem Produkt beziehungsweise dem technischen Merkblatt zu entnehmen.
- Fläche bearbeiten: Die behandelte Stelle nach den Vorgaben des Herstellers feucht abreiben oder mit einem geeigneten Werkzeug bearbeiten.
- Nachwaschen: Rückstände entsprechend der Gebrauchsanweisung gründlich mit klarem Wasser entfernen.
- Trocknen lassen: Das Holz vor einer weiteren Behandlung vollständig trocknen lassen. Die erforderliche Zeit hängt unter anderem von Witterung, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Holzart ab.
Falls nach der ersten Anwendung noch Gerbsäureflecken sichtbar sind, kann je nach Produkt eine erneute Behandlung möglich sein. Ob und in welchem Abstand die Anwendung wiederholt werden darf, ist der jeweiligen Gebrauchsanweisung zu entnehmen.
Bei der Verarbeitung sind die auf dem Etikett, im technischen Merkblatt und im Sicherheitsdatenblatt genannten Schutzmaßnahmen einzuhalten. Dazu können insbesondere geeignete Schutzhandschuhe und ein Augen- beziehungsweise Gesichtsschutz gehören.
Oxalsäure-Reiniger für größere oder stärker betroffene Flächen
Bei größeren beziehungsweise stärker ausgeprägten Verfärbungen kann ein Oxalsäure-Reiniger für Holzterrassen eingesetzt werden. Das Pulver wird entsprechend der Gebrauchsanweisung mit Wasser zu einer Reinigungslösung angesetzt.
Die fertige Lösung wird nach den Angaben des Herstellers gleichmäßig aufgetragen. Anschließend muss der Oxalsäure-Reiniger für die in der Gebrauchsanweisung vorgesehene Dauer einwirken und danach gründlich mit Wasser entfernt werden. Die genaue Einwirkzeit und das Mischungsverhältnis können je nach Produkt variieren und sollten daher nicht pauschal festgelegt werden.
Da Oxalsäure den Farbton des Holzes aufhellen kann, sollten nicht wahllos einzelne kleine Punkte behandelt werden. Bei größeren Gerbsäureflecken kann es sinnvoll sein, eine zusammenhängende Fläche oder eine vollständige Diele zu bearbeiten, damit möglichst keine auffälligen Helligkeitsunterschiede entstehen.
Auch bei diesem Produkt gilt: Legen Sie zuerst eine Probefläche an und beachten Sie bei Mischung, Verarbeitung, Einwirkzeit und Nachreinigung immer die Angaben auf dem Etikett, in der Gebrauchsanweisung und im Sicherheitsdatenblatt.
Oxalsäure-Reiniger für Parkett verwenden?
Oxalsäure-Reiniger werden nicht nur für Terrassen gesucht. Auch der Suchbegriff „Oxalsäure Parkett“ taucht häufig auf, wenn dunkle Flecken oder Verfärbungen auf einem Holzboden entfernt werden sollen. Die Anwendung auf Parkett ist jedoch deutlich anspruchsvoller als auf einer unbehandelten beziehungsweise renovierungsbedürftigen Holzterrasse.
Parkett kann geölt, gewachst, lackiert oder anderweitig beschichtet sein. Ein Oxalsäure-Reiniger kann nicht nur die Verfärbung, sondern auch den Holzfarbton und die vorhandene Oberflächenbehandlung verändern. Auf lackiertem Parkett erreicht die Reinigungslösung das Holz möglicherweise gar nicht gleichmäßig. Bei geöltem Parkett kann dagegen eine örtlich aufgehellte oder entfettete Stelle entstehen.
Ein für Terrassendielen angebotener Oxalsäure-Reiniger sollte daher nicht ohne Weiteres auf Parkett verwendet werden. Prüfen Sie zunächst, ob das konkrete Produkt laut Gebrauchsanweisung für Parkett beziehungsweise für die vorhandene Oberfläche geeignet ist. Bestehen Zweifel, sollte die Fläche von einem Fachbetrieb beurteilt werden.
Warum ein normaler Terrassenreiniger häufig nicht ausreicht
Ein gewöhnlicher Gartenholz- oder Terrassenreiniger ist vor allem für Schmutz, Ablagerungen, Grünbeläge und andere oberflächliche Verschmutzungen vorgesehen. Gerbsäureflecken entstehen dagegen durch eine chemische Reaktion zwischen Eisen, Feuchtigkeit und Holzinhaltsstoffen.
Deshalb kann die Fläche nach einer normalen Reinigung zwar sauber sein, während die graublauen Flecken weiterhin sichtbar bleiben. In diesem Fall ist ein speziell dafür vorgesehener Gerbsäure-Fleckenentferner beziehungsweise Oxalsäure-Reiniger die passendere Wahl.
Weitere Spezialreiniger finden Sie in der Kategorie Terrassen-Pflegemittel.
Muss die Terrasse anschließend neu geölt werden?
Ob nach der Entfernung der Gerbsäureflecken eine Ölpflege erforderlich ist, hängt vom Zustand der Oberfläche ab. Die Behandlung kann den Farbton des Holzes aufhellen und eine vorhandene Öloberfläche örtlich verändern.
Nach vollständiger Trocknung sollte deshalb geprüft werden, ob die behandelte Stelle deutlich heller oder matter als die Umgebung erscheint. Wie lange die Trocknung dauert, hängt von der Holzart, der Witterung und den Umgebungsbedingungen ab. Beachten Sie hierzu auch die Angaben des verwendeten Reinigungs- beziehungsweise Pflegeprodukts.
Ist eine Nachbehandlung erforderlich, empfiehlt es sich häufig, nicht nur den einzelnen Fleck, sondern eine zusammenhängende Fläche gleichmäßig nachzuölen. Das Terrassenöl muss zur Holzart, zur vorhandenen Behandlung und zum gewünschten Farbton passen. Die vorgeschriebenen Trocknungs- und Überarbeitungszeiten sind der Gebrauchsanweisung des jeweiligen Terrassenöls zu entnehmen.
Eine Auswahl geeigneter Produkte finden Sie unter Terrassenöle.
So lassen sich neue Gerbsäureflecken vermeiden
Am wirksamsten ist es, den Kontakt zwischen Eisenpartikeln und dem Holz von Anfang an zu verhindern.
- Für die Terrassenmontage korrosionsbeständige Befestigungsmittel aus Edelstahl verwenden.
- Metall nicht auf oder direkt neben bereits verlegten Terrassendielen sägen oder schleifen.
- Die Terrasse bei unvermeidbaren Metallarbeiten vollständig abdecken.
- Metallstaub und Späne sorgfältig absaugen und nicht mit Wasser auf der Fläche verteilen.
- Keine Stahlwolle, Drahtbürsten oder eisenhaltigen Reinigungswerkzeuge verwenden.
- Rostende Möbel- und Pflanzkübelfüße vermeiden oder mit geeigneten Unterlagen vom Holz trennen.
- Werkzeuge, Schrauben und andere Metallteile nicht auf der Terrasse liegen lassen.
- Neu entstandene Gerbsäureflecken behandeln, bevor größere Bereiche betroffen sind.
Fazit: Gerbsäureflecken mit dem passenden Reiniger behandeln
Graublaue oder schwarze Gerbsäureflecken auf Terrassendielen sind häufig das Ergebnis einer Reaktion zwischen Eisen, Feuchtigkeit und natürlichen Gerbstoffen im Holz. Sie stellen in der Regel keinen technischen Schaden dar, können die Optik der Terrasse jedoch deutlich beeinträchtigen.
Ein normaler Terrassenreiniger reicht bei diesen Verfärbungen häufig nicht aus. Mit dem PNZ Gerbsäure-Fleckenentferner oder dem Oxalsäure-Reiniger stehen passende Spezialprodukte zur Verfügung. Entscheidend ist, vor der Behandlung auch die Eisenquelle zu finden und zu beseitigen.
Häufig gestellte Fragen zu Gerbsäureflecken auf Holz
FAQ
Was sind Gerbsäureflecken auf Terrassendielen?
Gerbsäureflecken sind graublaue, dunkelgraue oder schwarze Verfärbungen, die durch eine Reaktion zwischen Eisen, Feuchtigkeit und natürlichen Gerbstoffen im Holz entstehen können. Häufige Auslöser sind Metallspäne, ungeeignete Befestigungsmittel oder rostende Gegenstände.
Sind graublaue Flecken auf Terrassendielen Schimmel?
Nicht unbedingt. Dunkelblaue, graublaue oder schwarze Flecken können Gerbsäureflecken sein, die durch die Reaktion von Eisen mit natürlichen Gerbstoffen im Holz entstehen. Vor der Behandlung sollte nach möglichen Metall- oder Rostquellen gesucht werden.
Kann ich Gerbsäureflecken mit normalem Terrassenreiniger entfernen?
Ein normaler Terrassenreiniger entfernt vor allem Schmutz, Ablagerungen und Grünbeläge. Bei einer Eisen-Gerbstoff-Reaktion ist meist ein spezieller Gerbsäure-Fleckenentferner oder Oxalsäure-Reiniger erforderlich.
Wie lange muss ein Oxalsäure-Reiniger einwirken?
Die erforderliche Einwirkdauer hängt vom eingesetzten Produkt und den jeweiligen Herstellerangaben ab. Die genaue Einwirkzeit ist deshalb der Gebrauchsanweisung, dem Etikett oder dem technischen Merkblatt des verwendeten Oxalsäure-Reinigers zu entnehmen.
Kann Oxalsäure-Reiniger das Terrassenholz aufhellen?
Ja. Ein Oxalsäure-Reiniger kann neben den dunklen Gerbsäureflecken auch den natürlichen Holzfarbton aufhellen. Deshalb sollte das Produkt zunächst an einer unauffälligen Stelle getestet und bei größeren Flecken möglichst auf einer zusammenhängenden Fläche angewendet werden.
Kann ich Oxalsäure-Reiniger auf Parkett anwenden?
Ein für Terrassen vorgesehener Oxalsäure-Reiniger sollte nicht pauschal auf Parkett angewendet werden. Parkett kann geölt, gewachst oder lackiert sein, sodass der Reiniger die vorhandene Oberfläche und den Farbton verändern kann. Prüfen Sie die ausdrückliche Eignung in der Gebrauchsanweisung oder lassen Sie die Fläche fachlich beurteilen.
Wann kann das Holz nach der Reinigung wieder geölt werden?
Das Holz darf erst nach vollständiger Trocknung weiterbehandelt werden. Die benötigte Trocknungszeit hängt unter anderem von Holzart, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Witterung ab. Zusätzlich sind die Angaben des verwendeten Reinigers und des anschließend eingesetzten Terrassenöls zu beachten.
Muss das Holz nach der Entfernung der Gerbsäureflecken geölt werden?
Nach vollständiger Trocknung sollte geprüft werden, ob die behandelte Fläche heller oder matter erscheint. Ist eine vorhandene Öloberfläche sichtbar verändert, kann eine gleichmäßige Nachbehandlung der zusammenhängenden Fläche sinnvoll sein. Die Verarbeitung und Trocknung des Terrassenöls müssen entsprechend der zugehörigen Gebrauchsanweisung erfolgen.